„Turbo zünden – erneuerbar durchstarten“ - Startschuss für den 23. Fachkongress „Kraftstoffe der Zukunft 2026“ gefallen
19. Januar 2026
Am 19. und 20. Januar diskutieren mehr als 70 Redner auf dem 23. Fachkongress für erneuerbare Mobilität „Kraftstoffe der Zukunft 2026“ über Maßnahmen zur Erreichung der Klimaschutzziele im Verkehr. Im Zentrum der Vorträge und Diskussionsrunden stehen der innovative Einsatz und die technische Weiterentwicklung von erneuerbaren Kraftstoffen im Mobilitätssektor.
Die Vorstandsvorsitzende des Bundesverband Bioenergie (BBE), Marlene Mortler, eröffnete den zweitägigen Kongress „Kraftstoffe der Zukunft“. In der ersten von insgesamt fünfzehn Sessions wurden die Klimaschutzziele im Verkehr diskutiert und das Potential nachhaltiger Kraftstoffe und Antriebstechnologien beleuchtet. Marlene Mortler stellte heraus, dass erneuerbare Kraftstoffe der Schlüssel zur Erreichung der Klimaziele sind: „Klimaschutz im Verkehr gelingt nur mit erneuerbaren Kraftstoffen. Sie wirken sofort, nutzen bestehende Infrastruktur und können vielseitig in der PKW-Bestandsflotte, dem Schwerlastverkehr, der Luft- und Schifffahrt sowie der Land- und Forstwirtschaft eingesetzt werden.“
Patrick Schnieder, Bundesminister für Verkehr (BMDV) und Schirmherr des Fachkongresses, stellte in seinem Eröffnungsvortrag die Strategien und Maßnahmen des Bundesverkehrsministeriums zum Ausbau erneuerbarer Kraftstoffe in den verschiedenen Verkehrsbereichen vor: „Von Klimaschutz bis Versorgungssicherheit, von Innovationen bis Wachstum: Erneuerbare Kraftstoffe bieten enorme Chancen und Vorteile für den Standort Deutschland. Um sie zu nutzen, verfolgt der Bund einen technologieoffenen Ansatz und setzt auf den Dreiklang „Fördern, Vernetzen, Gestalten.“
Jörg Hübeler, Head of Global Accounts, bei Neste und Dr. Andreas Mündel, SVP Strategy & Operations Programs bei der DHL Group führten aus Sicht der Wirtschaft einen Praxischeck durch, ob die politischen Leitlinien in Deutschland und Europa für erneuerbare Kraftstoffe richtig festgelegt sind. „Die verstärkte Nutzung erneuerbarer Kraftstoffe erfordert eine Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie eine starke politische Unterstützung. Die Zusammenarbeit zwischen Neste und DHL ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie zwei führende Unternehmen gemeinsam an der Reduzierung von Emissionen arbeiten, während die geplante Umsetzung der RED III in Deutschland ein positives Signal an den Markt sendet“, so Jörg Hübeler. Jörg Mündeler erläuterte die Sichtweise der DHL Group: „Als globaler Logistikdienstleister sieht DHL Group erneuerbare Kraftstoffe als Schlüssel für die Erreichung der EU-Klimaziele. Mehr Flexibilität durch Book & Claim sowie verbesserte Anreizsysteme wie SAF-Allowances sind nötig, um Investitionen zu sichern und den SAF-Hochlauf langfristig zu gewährleisten.“
Andreas Rade Geschäftsführer Politik Gesellschaft beim Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA), skizzierte in seinem Beitrag den Weg der deutschen Automobilindustrie zur klimaneutralen Mobilität: „Erneuerbare Kraftstoffe sind ein essentieller Bestandteil zur Defossilisierung des Straßenverkehrs. Neben der Defossilisierung des Fahrzeugbestands werden sie für den Hochlauf der Wasserstoffmobilität und Fahrzeuge gebraucht, die nachweislich und ausschließlich mit erneuerbaren Kraftstoffen betrieben werden. Für den Hochlauf müssen dabei vorhandene Potenziale und regulatorische Spielräume von Biokraftstoffen gestärkt werden.“
Philipp Artur Kienscherf, Head of Research Area beim Energiewirtschaftlichen Institut der Universität Köln stellte in seinem Beitrag die Bedeutung und die Effekte für erneuerbare Kraftstoffe in der EU und Deutschland durch das europäische Emissionshandelssystem 2 (EU-ETS 2) heraus: „Das EU-Emissionshandelssystem 2 soll als zentrales wirtschaftliches Steuerungsinstrument für die Dekarbonisierung des Verkehrs- und Gebäudesektors dienen. Es stehen jedoch erhebliche Herausforderungen bevor.“
Mehr als 600 nationale und internationale Teilnehmer aus insgesamt 30 Nationen und 6 Kontinenten begrüßten die fünf veranstaltenden Verbände der deutschen Biokraftstoffwirtschaft am ersten Kongresstag.


